Unser virtuelles Hochwassermuseum, weltweit das erste seiner Art, ist online

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Dieter Siebert, 4 Studentinnen der HTW, Konferenzraum der DB BahnPark, Dezember, 2013

Ziemlich genau vier Monate hat der „Bau“ gedauert. Nun steht es für Besucher offen, das erste virtuelle Hochwassermuseum der Welt. Sechs Studentinnen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) haben dieses Projekt im Rahmen ihrer Studiumsveranstaltung „Projekte der Wirtschaft“ zusammen mit Christoph Brandl und im Auftrag der DB BahnPark GmbH, dem Parkraummanagement-Unternehmen der Deutschen Bahn, durchgeführt. Zur Erstellung des Internetmuseums haben die Studentinnen in die bestehende Webseite von “Horch, die Flut” drei Etagen eines fiktiven Museums integriert, dessen Ausstellungswände jeweils die Form der Anfangsbuchstaben des Projektes “Horch, die Flut” formen: H, d, F. www.horchdieflut.de.

Um das Museum zu besuchen, klickt man oben rechts in der Menuleiste „Museum“ an. Mit den Pfeiltasten auf dem Keyboard des Computer kann man dann die Richtung vorgeben und auf diese Art an den Ausstellungswänden entlanggehen, ganz wie in einem echten Museum aus Glas und Stein. Ein roter Punkt zeigt dem Besucher an, wo er sich gerade befindet. Gefällt ihm ein Bild, hält er seinen „Gang“ an und klickt darauf, eine große Version mit Hinweisen auf den Künstler und das Jahr erscheint.

Die Etagen „H“ und „F“ zeigen Fotos, die während der letzten Flut in Passau, im Juni 2013 entstanden. Auf Etage „H“ zeigen zwei Künstler ihre Werke, Christoph Brandl aus Berlin und Hubert Huber aus Passau. Etage „F“ ist dem eher spontanen Blick auf die Flut gewidmet. Dort zeigen drei Fotografen aus unterschiedlichen Richtungen ihre Arbeiten, die teilweise an Snapshots von Streetart Künstlern erinnern. Etage „d“ zeigt „Die große Flut“, ein 13 minütiger schwarzweiß-Film des THW über das Hochwasser in Bayern im Jahr 1954.

Auch die Galerie innerhalb horchdieflut.de ist neu gestaltet. Sie ist angelegt als ein historisches Archiv, in dem man in der Zukunft über alle Fluten recherchieren können wird. Die Suchkriterien Name des Fotografen, Entstehungsort der Aufnahmen, Monat und Jahr sollen bei der Suche behilflich sein. „Auf diese Weise wird hoffentlich gelingen, was mir seit Beginn des Projektes vorschwebt: Dass durch das Sammeln der Fotos und der übrigen Materialien keine Geschichte verlorengeht oder in Vergessenheit gerät“, sagte Brandl. Besonders wichtig sei ihm zu vermitteln, dass nach wie vor jeder, der möchte, sich zur Flut äußern kann. Es können immer noch Dokumente, Fotos, Filme oder Texte zur Veröffentlichung an die Email-Adresse dabeisein@horchdieflut.de geschickt werden.

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http://www.dailymotion.com/video/x1f8wbr

Dieser Film dokumentiert die Arbeit der Studentinnen – im Zeitraffer. Viel Spaß beim Anschauen! © Katrin Blumtritt

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Für seine eigenen Fotos auf Etage „H“ stieg Brandl tief hinunter in die Donaupassage am Hauptbahnhof, in der sich das stark in Mitleidenschaft geratene Parkhaus der DB BahnPark und die ebenfalls betroffene Einkaufspassage befinden. Auf intensiven Aufnahmen, die er ausschließlich nachts machte, zeigt Brandl, wie schwer die Zerstörungen in diesem riesigen Gebäude waren und wie mühsam der Wiederaufbau vonstatten ging. Der bildende Künstler Huber öffnet wiederum auf Etage „H“ den Blick auf ganz Passau, indem er mit seiner Kamera durch die Stadt hindurch geht und einem Maler gleich mit seinem Fotoapparat ein künstlerisches Bild der Schäden nachzeichnet. Entstanden sind auf diese Weise ungewöhnliche Aufnahmen, die auf den ersten Blick die Katastrophe zu kaschieren meinen, indem sie sie künstlerisch überhöhen. Doch schnell stellt man fest, wie eindringlich Huber sich mit der Flut auseinandersetzt, wie genau sein Blick ist.

Am Samstag, den 5. April wird das virtuelle Hochwassermuseum der Öffentlichkeit präsentiert, und zwar in der neugeschaffenen Kaffee- und Kunstlounge in der Donaupassage, die Brandl und die DB BahnPark im Moment noch mit Passauer Künstlern als Verweil- und Begegnungsstätte einrichten. Parkern des Parkhauses Donaupassage werden hier einen kostenlosen Kaffee bekommen, können umsonst ins Internet und sich die Kunst von sieben Passauer Künstlern anschauen – und diese sogar erwerben. Eröffnung der KuK-Lounge ist der 17. März. Monatliche Kunst-Veranstaltungen sind geplant, weitere Termine werden bekannt gegeben.

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